Jahr 2010
Tip 1: Die Leuchtkraft im Bild erhöhen!
1. Hintergrundebene duplizieren
2. Das Duplikat auf den Modus “Farbig abwedeln” stellen
3. Deckkraft 100%; Fläche auf ca. 10-20 % stellen - je nach Gusto
Achtung:
Bitte nicht die Deckkraft auf 10-20% stellen - das hat nicht den selben Effekt !!!
Tip 2: Mein erster Auftrag - was nehme ich mit - was brauche ich unbedingt
Da steigt man in die Photographie ein und ehe man sich umschaut, schon trudelt der erste Auftrag ein.
Ooooh mein Gott - Panik bricht aus! Kann ich das? Was nehme ich mit?
Nur ruhig Blut - nicht nervös werden - das kriegen wir alles hin - einfach strukturiert denken!
Einfach die unten stehende Liste abchecken und der Auftrag klappt!
1. funktionsfähige Digitalkamera (Am Besten zu Hause noch schnell ein Bild machen und schauen, ob in der Kamera das Bild zu sehen ist - wichtig ist, auf die Wiedergabe-Taste drücken - nicht das man aus Versehen die Speicherkarte nicht eingesetzt hat.)
2. Speichkarten (Sie sollten mindestens eine Ersatzkarte dabei haben - zwei wären vom Vorteil - 8 GB pro Karte ist ideal.)
3. geladene Akkus (Sie sollten immer einen Ersatzakku haben - beide vollständig geladen)
4. Aufsteckblitz (Falls Ihre Kamera keine eigenen Blitz hat, sollten Sie immer einen Aufsteckblitz dabei haben - der Aufsteckblitz ist immer vorteilhafter gegenüber dem kameraeigenen Blitz.)
5. Akkus für den Aufsteckblitz (bewährt haben sich die Eneloop-Akkus - Prädikat empfehlenswert - Ersatzakkus können nicht schaden.)
6. Objektive: Je nach Auftrag - am Besten den Umfang von 24 mm bis 200 mm (Vollformat) abdecken.
7. Tasche (Die Tasche sollte so groß sein, dass das ganze Equipment hineinpasst)
8. Reinigungstücher (Um den Staub von der Linse zu entfernen - keine feuchten Reinigungstücher verwenden)
So mit den acht Punkten haben Sie das Gröbste abgedeckt. Jetzt kommen noch ein paar Dinge, die sich als nütztlich erwiesen haben.
Sonstiges:
Stativ
Lederlumpen (Sollte es mal feucht werden, kann man den Lederlumpen über das Objektiv und die Kamera legen und alles bleibt trocken - diesen Tip habe ich von Wilhelm Harlander bekommen - Danke Willi)
blanko Model-Release-Vertrag
Visitenkarten
Stift
Polarisationsfilter
Five-in-One Reflektor faltbar
Graukarte
Mini-Bouncer (California Sunbouncer)
Tip 3: Sattes Schwarz
Manchmal möchte man einem Bild so den letzten Schliff geben - es soll irgendwie knackiger aussehen - dazu eignet sich die hervorragend die Selektive Farbkorrektur.
1. Einstellungsebene Selektive Farbkorrektur
2. Die Farbe “Schwarz” im Dialogmenü öffnen
3. Den Regler Schwarz auf ca. +5-10% stellen.
4. Die Deckkraft der Einstellungsebene nach Gusto reduzieren
Tip 4: Welchen Buchstaben hätten’s denn gern?
Die heutigen Digitalkameras bieten eine Menge Möglichkeiten und erleichtern das Fotografieren ungemein.
Die meisten Leute unterschätzen die Automatiken in der Kamera – und gerade wenn man am Anfang der Photographie steht, sollte man die Automatiken nutzen.
In der Regel hat die Kamera folgende Buchstaben: P; AV; TV; M
P für Profi
AV für Available Light
TV für Tempo
M für Master of Disaster
….die Wahrheit ist jedoch eine Andere….
Heute nehmen wir mal „P“ für Profi.
Wenn Sie ganz am Anfang stehen, es schnell gehen muss, oder sie einfach mit der Situation überfordert sind, zögern sie nicht – drehen sie den Regler auf „P“ (Programmautomatik) – es ist keine Schande – ich habe schon viele Profis gesehen, die mit „P“ arbeiten – warum nicht, wenn die Ergebnisse gut sind – warum soll man nicht die Technik nutzen, die man in der Kamera hat. Sie werden erstaunlich gute Ergebnisse erhalten. Der Nachteil in diesem Modus liegt lediglich daran, dass sie weder die Zeit noch die Blende bestimmen können – lediglich die ISO-Zahl (Empfindlichkeit des „Films“) können Sie und müssen sie auch verändern. Um sicher mit diesem „Buchstaben“ umgehen zu können, achten Sie unbedingt auf folgende Regel: Niemals unter 1/60 Sekunden aus der Hand !!! (Falls Sie scharfe Bilder haben wollen) Ich empfehle die altbekannte Regel, die Verschlusszeit anhand des Objektivs zu bestimmen.
14mm = 1/60 Sek.
24mm = 1/60 Sek.
50mm = 1/60 Sek.
85mm = 1/125 Sek.
100mm = 1/160 Sek.
150mm = 1/200 Sek.
180mm = 1/250 Sek.
200mm = 1/250 Sek.
500mm = 1/500 Sek.
Dies sind Erfahrungswerte die ich in den Jahren gesammelt habe – natürlich können Sie mit der Zeit andere Werte erzielen, vor allem bei Objektiven mit Bildstabilisator – aber glauben Sie mir, mit diesen Richtwerten werden Sie in der Regel scharfe Bilder bekommen.
Tip 5: Auf die schnelle Mal ein schickes Schwarz-Weiß!
Photoshop bietet ja unzählig viele Möglichkeiten der Schwarz-Weiß-Umwandlung, aber welche ist die Beste? Die Frage lässt sich nur schwer beantworten, denn man kann stundenlang ein Bild bearbeiten um ein „perfektes“ Schwarz-Weiß-Bild zu erhalten.
Manchmal genügt jedoch eine Variante, die sehr schnell zu eine guten Ergebnis führt.
1. Einstellungsebene Verlaufsumsetzung (dabei muss beachtet werden, dass Schwarz die Vordergrundfarbe und Weiß die Hintergrundfarbe ist – sollte es mal genau verkehrt rum sein, kann man einfach den Haken im Dialog auf umkehren setzen)
2. Danach wird der Modus der Einstellungsebene Verlaufsumsetzung auf Farbton gestellt.
Das war’s – erstaunlich das Ergebnis, nicht wahr?
Als Alternative kann man natürlich den Modus auf „Normal“ belassen, jedoch kommen die Strukturen im Bereich der Tiefen im Modus „Farbton“ besser zur Geltung.
Tip 6: Heute nehmen wir mal „AV“ für Available Light
Nachdem wir nun das „P“ für Profi kennen gelernt haben, kümmern wir uns um „AV“.
Hier wird das ganze schon professioneller – der erste Denkprozess kann gestartet werden.
Welche Bildwirkung möchte ich im Bild erreichen?
Mit „AV“ geben Sie der Kamera die gewünschte Blende vor – das heißt, Sie sagen der Kamera wie „viel“ sie „scharf“ stellen soll. Die so genannte Schärfentiefe, bzw. Tiefenschärfe.
Blende 2.8 bedeutet – das Gesicht ist scharf und der Hintergrund unscharf.
Blende 11.0 bedeutet – das Gesicht und der Hintergrund sind scharf.
Sie können somit die Schärfe bei „großer“ Blende (2.8) punktuell im Bild setzen – man spricht in der Regel von „Offenblende“.
Die Schärfe bei „kleiner“ Blende (11.0) wird somit über einen ganzen Bereich im Bild gesetzt.
Der Vorteil bei „AV“ liegt darin, dass man sich über die Verschlusszeit keine Gedanken machen muss, da diese von der Kamera automatisch berechnet und festgelegt wird.
Die ISO legen Sie nach wie vor zu Beginn fest. Aber Achtung denken Sie an die Mindestverschlusszeiten von Tip 4, wenn sie diese beachten, werden Sie mit „AV“ eine Menge Spaß haben – entfalten Sie Ihre Kreativität!
Tip 7: Schicker Rahmen - ruck zuck
Heute zeige ich euch einmal wie man in nur ein paar Klicks einen schicken Rahmen bastelt ohne dabei die Bildgröße zu ändern. Kritiker werden jetzt laut aufschreien - DAS GEHT NICHT - DAS BILD WIRD KLEINER - na und !!! Diese minimale “Verkleinerung” kann man mit gutem Gewissen vertreten. Ein dezenter Rahmen wirkt oft besser als ein “überheblicher” dicker Rahmen.
Das Beispiel gilt für ein 900×600 Bild. Solltet Ihr größere Bilder haben, müsst Ihr natürlich die Werte dementsprechend vergrößern - wichtig ist die Technik - nicht der Wert.
1. Hintergrundebene doppelklicken - es erscheint ein Fenster - hier einfach auf OK klicken.
2. Auf die Ebenenminiatur in der Ebenenpalette doppelklicken.
Dadurch kommt Ihr in den Ebenenstil.
3. Einen Haken bei Kontur setzen und dort folgende Werte eingeben
(Größe 3; Position Innen; Füllmethode Normal; Farbe “….hier muss man die gewünschte Farbe auswählen…z.B. “ffffff”")
That’s it !!!
Tip 8: Heute nehmen wir mal „TV“ für Tempo
Nachdem wir nun das „P“ für Profi und „AV“ für Available Light kennen gelernt haben, kümmern wir uns nun um „TV“. Ein weiterer Denkprozess wird gestartet.
Welche Bildwirkung möchte ich im Bild erreichen?
Mit „TV“ geben Sie der Kamera die gewünschte Zeit vor – das heißt, Sie sagen der Kamera ob eine Bewegung eingefroren werden soll, oder nicht. Das wohl beliebteste Beispiel ist wohl das Wasser.
Verschlusszeit 30 Sek. bedeutet, dass das Wasser weich wie ein „Nebelschleier“ auf dem Bild wirkt.
Verschlusszeit 1/2000 Sek. bedeutet, dass das Wasser hart wie „Perlen“ auf dem Bild wirkt.
Bitte beachten Sie hier unbedingt Tip 4 aus dem November.
Der Vorteil bei „TV“ liegt darin, dass man sich über die Blende keine Gedanken machen muss, da diese von der Kamera automatisch berechnet und festgelegt wird. Das bringt aber auch einen gestalterischen Nachteil, da bei guten Lichtverhältnissen die Kamera eine kleine Blende wählen wird (hohe Blendenzahl) und somit das Bild von Vorne bis Hinten scharf ist.
Die ISO legen Sie nach wie vor zu Beginn fest. Meistens wird „TV“ beim Sport verwendet, da hier das Tempo eine Rolle spielt.
Tip 9: Faszinierende Augen
Manchmal sieht man in Zeitschriften faszinierende Augen - vor allem die der weiblichen Models wirken fast schon “künstlich”. Ich vermute ja fast, dass die Retuscheure eine Datenbank voller Augen haben, die sie je nach gefragtem Typ in das Bild retuschieren. Oder sie malen etwas im Auge herum.
Wie das geht zeige ich euch heute mal - mit ein paar Pinselstrichen könnt Ihr in Zukunft ebenfalls faszinierende Augen kreieren.
1. Hintergrund kopieren
2. Das Bild auf ca. 300% zoomen und zuerst mit dem Aufheller “Dodge-Tool” mit einem Pinsel (Härte 0%; Größe 1-2 Pixel nur die Lichter) in der Iris feine Linien von der Pupille nach Aussen ziehen. Dabei solltet Ihr die Deckkraft des Pinsels auf ca. 20% stellen. Immer schön im Kreis herum feine Striche ziehen. Mit etwas Übung geht das Ruck-Zuck.
3. Danach erstellen wir wieder eine Ebenemaske (schwarz) - alles ausblenden und zeichnen mit einem weißen Pinsel nur die Iris frei - die Deckkraft dieser Ebene kann dann wieder etwas justiert werden.
4. Nach erfolgreichem malen kann man als Finishing (mehr Glanz) mit dem Aufheller “Dodge-Tool” bei einer Deckkraft von ca. 15%, diesmal jedoch die Auswahl Mitteltöne, erreichen. Hier solltet Ihr die Pinselgröße auf die Augengröße einstellen (Puppillie + Iris).
So, das war’s.
Tip 10: Reflektor „Fluch“ oder „Segen“
Es gibt Anschaffungen, die sich wirklich für einen Fotografen lohnen - ein Muss ist hier ein Reflektor. Aber welchen Reflektor brauche ich wirklich?
Das hängt natürlich vom Einsatzgebiet ab. Im Makrobereich werden Sie kaum mit einem riesengroßen Reflektor arbeiten und bei einer Ausleuchtung einer ganzen Person werden Sie kaum mit einem kleinen Reflektor vernünftige Ergebnisse erzielen können.
Deshalb empfehle ich zwei Reflektoren. Kaufen Sie sich zuerst einen 5’ in 1 Reflektor. Diesen Reflektor können Sie zusammenfalten und in ihren Fotorucksack stecken. Ich persönlich benutze den MultiDisc Reflektor von Photoflex, mit dem ich nur positive Erfahrungen gesammelt habe. Natürlich steht es Ihnen frei auch eine andere Marke zu kaufen, achten sie jedoch auf die „Leuchtkraft“ der reflektierenden Fläche. Lassen Sie die Finger weg von den „Billig“-Reflektoren – meistens können sie diese nach einem Jahr im Gebrauch wegwerfen. Nehmen Sie im Fachgeschäft ihrer Wahl Zeit und testen sie die Reflektionskraft, schließlich wollen Sie doch ein schönes Licht erhalten.
Hier sehen Sie ein Ergebnis vom Einsatz des 5’ in 1 Reflektors in Venedig. Die Sonne stand gut und mein Fotokollege Bertl http://www.foto-jost.de/ leuchtet von rechts die Masken wunderbar aus (siehe Lichtreflex im Auge).
Der zweite Reflektor ist relativ „kostspielig“, jedoch lohnt sich diese Anschaffung. Sie werden von den Ergebnissen begeistert sein. Es handelt sich um einen Sunbounce. Die Größe richtet sich nach dem Einsatzgebiet. Mit dem Sunbounce Pro können Sie wunderbar eine Person ausleuchten. Falls es in ihrem Geldbeutel „Mau“ aussieht greifen Sie zum Sunbounce Mini, in vielen Fällen wird er vollkommen ausreichen. Wichtig dabei ist die Bespannung. Die wohl angenehmsten Ergebnisse werden Sie mit der Zebra-Bespannung (Gold-Silber) erzielen. Wollen Sie „reines“ Sonnenlicht simulieren greifen Sie zur Silber-Bespannung. Von der reinen Gold-Bespannung rate ich ab – das Bild wird „gelbstichig“, bzw. „zu“ warm. Das können Sie zur Not auch in Photoshop simulieren.
So nach diesen Erkenntnissen werden Sie Ihre Bildqualität in der Available Light Photographie sichtlich steigern.
Und noch EINS – TRAUEN SIE SICH – Ziehen sie den REFLEKTOR aus der Tasche – nein, Sie werden sich nicht blamieren – im Gegenteil die herumstehenden Leute werden neugierig gucken was Sie da machen – auch wenn Sie in Venedig sind. Ihre Ergebnisse werden sich von den Ergebnissen der anderen Fotografen, die nicht mit einem Reflektor gearbeitet haben, deutlich abheben.
Hier sehen Sie den Einsatz vom Sunbouncer Pro - dieser steht links und reflektiert die von rechts einstrahlende Sonne. Das Model wurde bewusst in den Schatten gestellt. Dadurch erhält man ein schönes Licht- und Schattenspiel. Sie sollten das Model in der Regel immer in den Schatten stellen und es dann mit dem Reflektor ausleuchten.
Ich hoffe Sie werden mit der Anschaffung viel Freude habe und sich dadurch bildtechnisch weiterentwickeln.
















